Anneliese Cohn; „Komm, wir lernen Noten!“ – ein Notenkurs für den Anfang; Grafische Gestaltung:    Henriette Nishiura; 39 S.; 5. Aufl. 2018; die schulinterne Vervielfältigung aller Blätter ist erlaubt.

 

Lieber Kollege, liebe Kollegin!

 

Dieser Notenkurs ist aus einer „Not“ geboren. Wer kennt nicht das Dilemma, einer Klasse Noten beibringen zu müssen, in der ein Teil der Kinder ein Instrument spielt und Noten kennt, für die anderen dagegen absolut kein für sie ersichtlicher Grund besteht, Noten zu lernen. Vor diesem Problem stand ich, als mir die Idee kam, die Schüler durch selbständiges Lernen an die Noten heranzuführen und die Könner dabei als Anleiter einzusetzen.
Es hat sich dabei herausgestellt, dass beide Gruppen von diesem System profitierten: die Lernenden natürlich, weil sie sich eine vielleicht für sie wichtige Kulturtechnik aneigneten (einige von ihnen fanden das Notenlernen schließlich so spannend, dass sie im Abschluss an den Notenkurs Flötenunterricht nahmen!), die Anleiter, weil ihnen diese oder jene Information auch neu war oder ihre bisherigen Kenntnisse vertiefte, und beide Gruppen, weil das gemeinsame Lernen das soziale Miteinander positiv formte, Konkurrenzverhalten abbaute, den Umgangston freundlich gestaltete und den Schülern die Möglichkeit gab, Hilfe zu leisten und von Gleichaltrigen Hilfe anzunehmen.

Einige Tipps aus meiner Erfahrung mit dem Notenkurs möchte ich Ihnen noch geben:

Es hat sich als praktisch erwiesen, jedes Blatt des Kurses (falls Sie ihn nur einmal zum Kopieren bestellt haben) im Klassensatz zu kopieren und pro Seite in Klarsichthüllen in einem Ordner aufzubewahren. Die Schüler nehmen sich dann Blatt für Blatt zur Bearbeitung aus dem Ordner. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass die Schüler sorgsam mit den Blättern umgehen und sie in ihren eigenen Mappen sorgfältig abheften. Diese Mappen sind unabdingbar und sollten von Ihnen immer wieder überprüft werden.
Eine andere Möglichkeit, die allerdings mit mehr Arbeit verbunden ist, wäre, die Blätter von vornherein für jedes Kind geordnet in Klarsichthüllen zu tun. Bei diesem Verfahren muss der Schüler auf seine eigenen Blätter achten, denn es gibt sie nur einmal. Für dieses System wäre wahrscheinlich die Anschaffung einer kompletten Mappe für jedes Kind sinnvoller.
Schwierigkeiten können sich ergeben, wenn ein Anleiter oder Lernender fehlt und nun plötzlich ein Kind „arbeitslos“ ist. Im Allgemeinen ist es möglich, einem Anleiter für kurze Zeit einen weiteren Lernenden zuzuteilen oder einen Anleiter zu bitten, einen anderen mit mehreren Lernenden beschäftigten zu entlasten. Oft ergeben sich aus solchen Notsituationen neue, vielleicht bessere Konstellationen.
Wenn nicht genügend Instrumente (Xylofone, Metallofone, Glockenspiele) vorhanden sind, um jede Gruppe auszustatten, können sich u.U. Wartezeiten ergeben. Meist ist es aber so, dass umsichtige Schüler schon mal ein Instrument reserviert haben, ohne es im Moment wirklich zu brauchen. Auch hier können soziales Lernen, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft einsetzen.
Es hat sich übrigens als durchaus positiv erwiesen, Lernende, die den Kurs schnell erfolgreich beendet haben, als neue Mitglieder einzusetzen, um Kinder zu entlasten, die mit mehreren Lernenden beschäftigt sind.
Noch ein Tipp: Ich halte es für hilfreich, ein Exemplar jeder Seite des Kurses auszufüllen und als Lösungsblätter bereitzulegen, um auf diese Weise eine Selbstkontrolle für den Schüler zu ermöglichen.
Alle diese Vorschläge entspringen meiner Erfahrung im Umgang mit diesem Notenkurs und sollen wirklich nur Tipps und Anregungen sein. Je nach Klasse und Unterrichtserfahrungen werden Sie sicher Ihre eigenen Formen und möglicherweise auch Verbesserungsvorschläge entwickeln, die mich übrigens sehr interessieren würden.

 

Ich wünsche Ihnen Spaß und Erfolg!

Anneliese Cohn

Komm, wir lernen Noten!

Artikelnummer: 978-3-928783-31-6
14,60 €Preis
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